Will man über die Gründung des Fussballclubs Egg schreiben, muß man auf die Jahre 1939 - 1940 zurückgreifen. Fast jeden Sonntag nachmittag sah man eine Schar Schülerbuben, die auf dem Turnhallenplatz, in Bruggmühles „Feavat", auf dem Pfister oder in einer Schottergrube einem runden Lederball nachjagten. In den Herzen dieser 10 bis 15jährigen Buben hatte der Fussballsport Anklang gefunden. Manches Wettspiel zwischen den Pfisterern und den Eggern (Loco und Gerbe) wurde ausgetragen. Beulen, Schrammen und manchmal auch Tänen zeugten von den erbitterten Kämpfen. Die Freude währte jedoch nur kurz, denn aus den Buben wurden Soldaten, die zum Kriegsdienst einberufen wurden. Lederbälle gab es auch keine mehr, sodass der Fussballsport von der Bildfläche verschwand.
Als der Krieg zu Ende war, die Heimkehrer wieder in die Heimat kamen und die Verhältnisse sich langsam wieder normalisierten, scharten sich die Jugendlichen wieder zusammen, um über Fußball zu reden. Es dauerte bis zum Herbst 1946, ehe ein Lederball erworben werden konnte. Beim Bitzle in der Junkerau wurde erstmals wieder Fussball gespielt. Am 1. Mai 1947 wurden auf dem Turnplatz Torpfosten eingegraben. Übereifrige kamen auf die Idee, gegen in Egg weilende Pfadfinder aus der Ukraine ein Wettspiel auszutragen. Wie gesagt, so getan. Aus einer roten Fahne wurden die Dresshosen angefertigt, der Fussballplatz wurde für einen Tag von den Gebrüder Natter auf dem Pfister erbettelt und das Spiel mit grosser Reklame angesagt. Die Leute kamen in Scharen auf den Pfister, um sich das Fussballspiel anzusehen. Diese Egger Fussballmanschaft bestand auf folgenden Spielern: Egon Isenberg, Sepp Thaler, Erich Behmann, Siegfried Isenberg, Theodor Fetz, Kaspar Troy, Walter Angel, Josef Sutterlüty, Rudolf Troy, Josef Dorner.
Dieses erste Spiel ging verloren, ebenso das Rückspiel. Man liess den Kopf deswegen nicht hängen und spielte weiter. Um den Spielplatz musste man mal für mal betteln, die transportablen Tore mussten jeweils transportiert und ein- und wieder ausgegraben werden. Nachdem im Herbst 1947 noch weitere Testspiele gegen Thal und Mellau-Bizau ausgetragen wurden, erwägte man, einen Verein zu gründen, der in einer geregelten Meisterschaft mitspielen solle.
Am 10. April 1948 fand die Gründungsversammlung statt, bei welcher der FC Egg aus der Taufe gehoben wurde. Der erste Obmann war der Friseurmeister Edi Pfeiffer, zu seinem Stellvertreter wählte man Theo Fetz. Engelbert Fetz übernahm das Kassier- und Schriftfüheramt. Es wurde der Beschluß gefaßt, ab Herbst in der Fußballmeisterschaft der B-Klasse Unterland mitzuspielen. Noch stand kein Fussballplatz zur Verfügung, aber man vertraute auf das Entgegenkommen der Gemeindeväter. Das Vertrauen der Gemeindeväter in die Jugend war gross. Sie überliessen in einer Zeit, in der immer noch Ernährungssorgen als Folge des Krieges zu bekämpfen waren, eine Wiese in der Junkerau für einen eigentlich fremden Sport. Um den Platz spielfähig zu machen, mußten manche Hügel händisch abgetragen werden. Schuhe musste sich jeder Spieler selbst beschaffen, meist wurden irgendein Paar alte Schuhe umgearbeitet und Stoppeln draufgenagelt. Die Dressen wurden vom Verein zur Verfügung gestellt. Von da an wurde nun eifrig trainiert, denn niemand kannte das Können der Egger Fussballer im Verhältnis zu den Vereinen im Land draussen.